27 Oct 2026
Der Hardware-Wallet-Hersteller Keystone bestätigt nach einem Hackerangriff den Verlust des Schlüssels, mit dem die Echtheit seiner Geräte geprüft wird. 18.835 Geräte aus dem Lager werden vernichtet, und Daten von bis zu 25.964 Käufern könnten betroffen sein.
Exchanges TradeReviewed News Desk
Der Hardware-Wallet-Hersteller Keystone hat nach einem Hackerangriff deutlich ernstere Folgen bestätigt als zunächst gemeldet. Wie BTC-ECHO berichtet, ging bei dem Vorfall auch ein Sicherheitsschlüssel verloren, mit dem die Echtheit der Keystone-Geräte überprüft wird. Das Unternehmen selbst warnte auf X, dass Angreifer damit gefälschte Wallets bauen könnten, die bei der Authentifizierung als Originale erkannt werden.
Was bei Keystone passiert ist
Ursprünglich hatte Keystone nur den Diebstahl von Kundendaten gemeldet. Nach Angaben des Herstellers nutzten die Hacker eine Schwachstelle in einem externen Überwachungstool der Website, um ihre Zugriffsrechte auszuweiten. Der Angriff fand am 20. Oktober statt.
Als Reaktion will Keystone 18.835 Geräte aus dem Lagerbestand vernichten. Die Auslieferung betroffener Modelle ist gestoppt und soll erst wieder starten, wenn Geräte mit einem neuen Schlüssel produziert sind.
Welche Geräte gelten als sicher?
Hardware Wallets, die vor dem 20. Oktober hergestellt und ausgeliefert wurden, gelten laut Keystone weiterhin als sicher. Bei später zugestellten Geräten kann das Unternehmen die Echtheit nicht garantieren. Wer ein solches Gerät erhalten hat, soll sich vor der Nutzung für eine zusätzliche Prüfung an den Keystone-Support wenden.
Gleichzeitig warnt Keystone vor Betrug: Das Unternehmen werde Kunden nicht auffordern, ihr Gerät zurückzusenden. Angebliche Rückrufaktionen seien als Betrugsversuche einzustufen.
Daten von knapp 26.000 Kunden betroffen
Die Angreifer haben möglicherweise 25.964 Käuferdatensätze aus den Jahren 2024 bis 2026 erbeutet. Weitere 12.873 Datensätze aus nicht abgeschlossenen Bestellungen könnten ebenfalls betroffen sein. Ein fehlerhaftes Löschsystem hatte verhindert, dass Kundendaten fristgerecht entfernt wurden. Keystone räumt ein, die eigene Löschpflicht nicht erfüllt zu haben, verkürzt die Speicherfrist für persönliche Daten von 180 auf 90 Tage und will überfällige Daten bis zum 3. November bei Shopify löschen.
Teil einer Serie von Angriffen
Der Fall reiht sich laut BTC-ECHO in eine Reihe von Vorfällen bei Hardware-Wallet-Herstellern ein. Im Juli 2026 wurde eine Firmware-Schwachstelle bei Coldcard bekannt, durch die Seed Phrasen vorhersagbar waren; Schätzungen zufolge wurden dabei 1.300 bis 1.800 Bitcoin gestohlen. Auch Ledger stand zuletzt wegen Angriffen auf seine Lieferketten im Fokus.
Was das für Trader bedeutet
- Rechne mit gezielten Phishing-Mails und Anrufen: Wer nach Adresse und Bestellung fragt oder einen Rückruf verlangt, ist sehr wahrscheinlich ein Betrüger.
- Kaufe Hardware Wallets nur direkt beim Hersteller oder bei autorisierten Händlern und prüfe die Echtheit, bevor du Guthaben überträgst. Gib deine Seed Phrase niemals auf einer Website oder am Telefon ein.
- Wer einen Teil seiner Coins auf einer Börse hält, sollte die Plattform sorgfältig auswählen. Hilfe bietet unser Krypto-Börsenvergleich sowie unsere Testberichte zu BingX und OKX.
Quelle: BTC-ECHO, Mitteilungen von Keystone auf X. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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