KI-Rechenzentren: Verzugsstrafen steigen auf 5 Mio. USD pro Tag, SB Energy unter Druck

25 Oct 2026

TL;DR

Mieter von KI-Rechenzentren verlangen laut The Information inzwischen mehr als 5 Mio. USD Strafe pro Tag, wenn Strom und Gebäude zu spät bereitstehen. Im Frühjahr lag der Wert noch bei rund 1 Mio. USD. Besonders exponiert ist die SoftBank-Tochter SB Energy, deren Ohio-Campus für OpenAI bei einem Jahr Verzug 640 mietfreie Tage auslösen würde.

Markets TradeReviewed News Desk

Der Wettlauf um Rechenleistung für künstliche Intelligenz hat einen neuen Preis bekommen. Wie BeInCrypto Deutschland unter Berufung auf The Information berichtet, fordern Mieter von KI-Rechenzentren inzwischen Vertragsstrafen von mehr als 5 Mio. USD pro Tag, wenn Entwickler Strom und Gebäude nicht pünktlich liefern. Anfang des Jahres lag eine solche Forderung noch bei etwa 1 Mio. USD täglich.

Strom ist der eigentliche Engpass

Während sich die Schlagzeilen meist um Chips drehen, ist laut dem Energieforschungsunternehmen Currence die Stromversorgung das größte Hindernis für neue Rechenzentren. Ein Gebäude voller Grafikprozessoren bringt ohne Netzanschluss keinen Umsatz. Damit verschiebt sich das Risiko von den Chipherstellern hin zu den Bauherren und Betreibern.

SB Energy: Ein Jahr Verzug, 640 Tage mietfrei

Ein konkretes Beispiel liefert SB Energy, ein von SoftBank unterstütztes Unternehmen, das in Ohio einen Rechenzentrumscampus mit 10 Gigawatt für OpenAI baut. Laut dem Wall Street Journal, das sich auf die Börsenunterlagen von SB Energy stützt, erhält OpenAI für jeden Tag Verspätung einen Tag Basismiete gratis. Nach 90 Tagen verdoppelt sich diese Gutschrift. Bei einem vollen Jahr Verzug summiert sich das nach Berechnung von BeInCrypto auf 640 mietfreie Tage. Hinzu kommt, dass der Campus von einem 9,2-Gigawatt-Gaskraftwerk abhängt, das SB Energy weder besitzt noch betreibt.

Investoren waren bereits skeptisch: Im September verschob SB Energy einen geplanten Börsengang über 5 Mrd. USD, nachdem die angestrebte Bewertung von 50 Mrd. USD auf Widerstand stieß. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen 139 Mio. USD Umsatz, eröffnet ist noch keines seiner Rechenzentren. Ein neuer Anlauf ist im Dezember oder im kommenden Jahr möglich.

Oracle sichert sich ab

Auch Mieter bauen vor. Oracle hat für seinen Campus in New Mexico eine Force-Majeure-Mitteilung verschickt, die es erlaubt, Zahlungen aufzuschieben, falls der Start 2028 nicht gelingt. Oracle betont, das Projekt liege im Zeitplan, und Vermieter Blue Owl Capital erklärte, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Verpflichtungen. Die Behörden in New Mexico entscheiden bis zum 23. November über die Betriebsgenehmigung.

Was das für Trader bedeutet

Dies ist keine Anlageberatung.

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