27 Oct 2026
Julián Colombo, Leiter Geschäfts- und Regulierungsstrategie bei Bitso, sieht Krypto in Lateinamerika politisch weit hinter den USA. Trotz Millionen Nutzern in Argentinien und Brasilien fehle eine organisierte Stimme gegenüber Gesetzgebern.
Regulation TradeReviewed News Desk
Krypto hat in Lateinamerikas Politik trotz hoher Nutzerzahlen bislang wenig Einfluss. Das argumentiert Julián Colombo, der bei der Börse Bitso die Geschäfts- und Regulierungsstrategie in der Region leitet, in einem Gastbeitrag bei BeInCrypto DE.
Der Vergleich mit Washington
Als Ausgangspunkt nennt Colombo die Abstimmung im US-Senat vom 15. September: Mit 49 zu 50 Stimmen scheiterte schon der Start der Debatte über den CLARITY Act, nötig gewesen wären 60. Kurz darauf kündigte der Super PAC Fairshake an, 30 Millionen USD gegen die Senatskampagne von Sherrod Brown in Ohio einzusetzen. Stand With Crypto warnte, dass Senatoren, die das Gesetz blockiert hatten, am Wahltag am 3. November zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Bereits 2024 hatte Fairshake laut Colombo rund 40 Millionen USD gegen Brown eingesetzt.
Argentinien: Skandal statt Wählergruppe
In Argentinien hätten Senatoren und Abgeordnete bei einem Treffen zu Steuerfragen vor allem über LIBRA sprechen wollen, den Token, den Präsident Milei im Februar 2025 auf X geteilt hatte und der binnen Stunden einbrach. Dabei nutzten laut einem Branchenbericht 2025 rund 12,4 % der Bevölkerung monatlich eine Krypto-App, etwa jeder achte Argentinier.
Brasilien: knappe Wahl, keine Krypto-Stimme
Bei der Stichwahl am 25. Oktober gewann Lula da Silva mit etwa 51,8 % gegen Flávio Bolsonaro mit 48,2 %, nachdem Bolsonaro in der ersten Runde am 4. Oktober mit 47,03 % zu 45,16 % vorn gelegen hatte. Gerade in so engen Rennen könnte eine organisierte Wählergruppe den Ausschlag geben, so Colombo.
Was er vorschlägt
Ein Fairshake-Modell sei in der Region weder möglich noch wünschenswert. Stattdessen sollten Branchenverbände öffentlich dokumentieren, wie Abgeordnete zu digitalen Vermögenswerten abstimmen, und Börsen Zahlen vorlegen, etwa wie viele Nutzer in welcher Provinz leben oder in Stablecoins bezahlt werden.
Was es für Trader bedeutet
Regulierung entscheidet mit darüber, welche Börsen und Produkte verfügbar bleiben. Wer handelt, sollte auf Lizenzen und Auszahlungsprozesse achten. Unser Börsenvergleich und die Tests von BingX und OKX helfen dabei; wie wir testen, steht hier.
Quelle: BeInCrypto DE (Gastbeitrag, Meinung des Autors). Keine Anlageberatung.
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