Netanjahu will Krypto gegen Banksanktionen prüfen: Ex-Bankenaufseher warnt vor existenzieller Gefahr

25 Oct 2026

TL;DR

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat bestätigt, dass seine Regierung ein alternatives Wirtschaftssystem auf Krypto-Basis prüft, um mögliche Banksanktionen zu umgehen. Ein früherer Chef der Bankenaufsicht der Bank of Israel und Oppositionsführer Yair Lapid halten wenig davon.

Regulation TradeReviewed News Desk

Was Netanjahu gesagt hat

Die israelische Regierung erwägt, Kryptowährungen einzusetzen, um die heimischen Wirtschaftsströme bei möglichen internationalen Sanktionen abzusichern. Das berichtet BTC-ECHO unter Berufung auf Bloomberg. Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte die Pläne demnach in einem Interview mit dem israelischen Sender Channel 10. Man müsse Möglichkeiten vorbereiten, Banksanktionen durch ein alternatives Wirtschaftssystem zu umgehen, sagte er. Auf die Nachfrage, ob er damit tatsächlich Krypto meine, antwortete er: „Sehr richtig“.

Konkrete Details nannte Netanjahu nicht. Weder eine bestimmte Blockchain noch ein Stablecoin, ein Zeitplan oder beteiligte Unternehmen wurden öffentlich gemacht.

Der Hintergrund: Sanktionen und Korrespondenzbanken

Die Aussagen fallen in eine Phase, in der zwölf Staaten unter britischer Führung koordinierte Sanktionen gegen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland vorsehen. Weil solche Maßnahmen auch Finanzdienstleister treffen könnten, befürchten Fachleute laut dem Bericht, dass ausländische Banken ihre Korrespondenzbank-Beziehungen zu israelischen Instituten abbrechen. Das würde den Außenhandel des Landes direkt treffen, denn internationale Zahlungen laufen weitgehend über solche Partnerbanken.

Kritik von Notenbank-Seite und Opposition

Bei den Währungshütern stößt die Idee auf deutliche Skepsis. Yair Avidan, früherer Leiter der Bankenaufsicht der Bank of Israel, spricht von einer „existenziellen Gefahr“ für den Bankensektor. Sollten ausländische Institute ihre Korrespondenzdienste einstellen, drohe eine vollständige Trennung von den internationalen Finanzmärkten, die sich auch mit Krypto-Transaktionen kaum auffangen ließe. Oppositionsführer Yair Lapid warnte, ein Rückgriff auf Kryptowährungen würde das Land weiter in die Isolation treiben.

BTC-ECHO zieht einen Vergleich zu anderen sanktionierten Staaten. Russland nutzt demnach seit Jahren Krypto-Börsen und Stablecoins, um westliche Handelsbeschränkungen zu umgehen. Laut Analysen von Chainalysis gehören Russland, Iran und Nordkorea derzeit zu den Haupttreibern staatlicher Umgehungsgeschäfte mit Krypto.

Was das für Trader bedeutet

Kurzfristig ist die Meldung vor allem ein politisches Signal und kein konkretes Projekt. Für den Kryptomarkt dürfte sie wenig direkten Einfluss haben, solange keine Details zu Netzwerk, Token oder Umfang bekannt sind. Interessant ist die Debatte dennoch: Je stärker Regierungen Krypto als Ausweichweg bei Sanktionen ins Spiel bringen, desto genauer dürften Regulierer und Börsen bei Compliance und Sanktionsprüfungen hinschauen. Wer in der EU handelt, sollte deshalb auf regulierte Anbieter achten. In unserem Börsenvergleich findest du Gebühren, Sicherheit und Lizenzen im Überblick, darunter die MiCA-lizenzierten Börsen BingX und OKX. Wie wir Börsen bewerten, erklären wir unter So testen wir.

Quelle: BTC-ECHO (mit Verweis auf Bloomberg). Dieser Artikel dient nur zur Information und ist keine Anlageberatung.

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Sources

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