Stablecoin-Transfers: grenzüberschreitendes Volumen steigt um 80 Prozent, Banken bauen Infrastruktur

29 Oct 2026

TL;DR

Grenzüberschreitende Stablecoin-Transfers sind laut Chainalysis innerhalb eines Jahres um 80 Prozent gestiegen, obwohl die gesamte Krypto-Aktivität leicht sank. Auf der MERGE Madrid 2026 erklärten Banken, dass sie sich vom Halten von Krypto hin zum Aufbau von Stablecoin-Infrastruktur bewegen.

Markets TradeReviewed News Desk

Stablecoins werden immer stärker für echte Zahlungen genutzt. Laut Chainalysis stiegen grenzüberschreitende Stablecoin-Transfers zwischen Juni 2025 und Juni 2026 um 80 Prozent, während die gesamte wirtschaftliche Krypto-Aktivität mit rund 9,4 Billionen US-Dollar nur 1,6 Prozent unter dem Vorjahr lag. Das sagte Jordan Wain, Global Policy Lead bei Chainalysis, am Mittwoch auf der Konferenz MERGE Madrid 2026, wie BeInCrypto Deutschland berichtet.

Banken verdienen noch am Handel, bauen aber Infrastruktur

Der Umsatz kommt bei Banken weiterhin vor allem aus dem Krypto-Angebot für Kunden, sagte Stijn Vander Straeten, CEO der zur Deutschen Börse gehörenden Crypto Finance Group. Gleichzeitig investieren Häuser in Staking, tokenisierte Einlagen und neue Abwicklungssysteme. Vertreter von Commerzbank, N26 und Applied Blockchain beschrieben Banken zunehmend als Infrastruktur, über die Kunden Stablecoins nutzen, statt selbst große Bestände zu halten.

Alexandra Soroko von Visa verwies auf die Abwicklung von Kartenzahlungen in Stablecoins, die Institutionen eine Begleichung an sieben Tagen pro Woche ermöglicht. Als nächste Wachstumsfelder nannte sie grenzüberschreitende Firmenzahlungen und das Treasury von Unternehmen.

Western Union und das Qivalis-Konsortium

Western Union und Anchorage Digital sprachen über USDPT, den USD-gestützten Stablecoin, den Western Union im Mai auf Solana gestartet hat. Er dient nicht als Verbraucherprodukt, sondern ersetzt die Abwicklung mit Agenten, zunächst in Bolivien und auf den Philippinen. Ziel ist, dass Abwicklungen Minuten statt Tage dauern.

Europas Antwort ist Qivalis: Der von Banken getragene Euro-Stablecoin mit Sitz in Amsterdam ist laut BeInCrypto von neun Gründungsbanken auf 37 Institute in 15 Ländern gewachsen, darunter Raiffeisen Bank und Intesa Sanpaolo. Er soll unter MiCA und der Aufsicht der niederländischen Zentralbank auf Ethereum laufen. Die Lücke ist groß: Euro-Stablecoins kommen auf weniger als 1 Milliarde US-Dollar Marktkapitalisierung, USD-Stablecoins auf über 300 Milliarden.

Außerdem meldete Bit2Me die Genehmigung für STX, ein Angebot, mit dem mittelständische Unternehmen Aktien und Anleihen tokenisieren können.

Was das für Trader bedeutet

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Quellen

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