27 Oct 2026
Kraken bietet auf Kraken Pro ab sofort Optionen auf Bitcoin und Ethereum für berechtigte Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum an. Möglich macht das die MiFID-Lizenz der CySEC-regulierten Tochter. Die Kontrakte sind europäischer Art, werden bar in US-Dollar abgerechnet und laufen über ein Request-for-Quote-Verfahren.
Exchanges TradeReviewed News Desk
Die Kryptobörse Kraken hat den Handel mit Optionen auf Bitcoin und Ethereum für berechtigte Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gestartet. Das berichtet Coincierge unter Berufung auf eine Ankündigung von Kraken vom 26. Oktober 2026. Gehandelt wird auf Kraken Pro über die bestehenden Derivate-Konten, im Web und in der App.
MiFID-Lizenz als Grundlage
Laut Kraken ist der Start in Europa vor allem durch die MiFID-Lizenz des Unternehmens möglich. Europa sei ein Kernmarkt, und die Lizenz erlaube es, EWR-Kunden Optionen auf einer regulierten Plattform anzubieten.
Rechtlich stehen zwei getrennte Gesellschaften hinter dem Angebot. Die Verwahrung der digitalen Assets übernimmt Payward Europe Solutions Limited (PESL) als MiCA-Verwahrstelle. Die Finanzinstrumente selbst laufen über Payward Europe Digital Solutions (CY) Limited (PEDSL-CY), einen von der zyprischen Aufsicht CySEC lizenzierten Broker mit der Lizenznummer 342/17.
So funktionieren die Kontrakte
- Europäische Optionen: Ausübung nur am Laufzeitende, Barausgleich.
- Abrechnung in US-Dollar: Prämie, Gewinn und Verlust sowie Settlement laufen vollständig in USD.
- Laufzeiten: wöchentlich, monatlich, quartalsweise und halbjährlich.
- Sicherheiten: mehr als 30 Währungen werden akzeptiert.
- Request for Quote: kein klassisches Orderbuch, sondern zeitlich begrenzte, bindende Angebote mit bis zu fünf Beinen pro Trade.
Portfolio-Margin ist standardmäßig aktiv, und anders als bei Perpetual-Kontrakten im selben Konto fällt keine Funding-Gebühr an. Vor dem ersten Handel müssen Kunden einen Angemessenheitsfragebogen ausfüllen. Gebühren, Strike-Bereiche und konkrete Verfallstermine nannte Kraken in der Ankündigung laut Coincierge nicht.
Deutliche Risikowarnung
Kraken warnt ausdrücklich vor dem Verkauf von Optionen: Wer eine Option verkauft, kann Verluste erleiden, die deutlich über die hinterlegte Sicherheit hinausgehen, und diese Verluste können unbegrenzt sein. Für Einsteiger ist der Kauf von Optionen mit begrenztem Risiko (maximal die gezahlte Prämie) etwas völlig anderes als das Schreiben von Optionen.
Was das für Trader bedeutet
Regulierte Krypto-Optionen waren für Privatkunden im EWR bisher kaum verfügbar. Mit Kraken kommt ein großer Anbieter hinzu, der auf eine europäische Zulassung setzt. Das passt zu Krakens Expansion in Europa, etwa der geplanten Übernahme der litauischen Saldo Bank. In derselben Woche kündigte die Muttergesellschaft Payward zudem CFTC-regulierte Futures für US-Kunden an.
Wer Derivate-Angebote, Gebühren und Lizenzen vergleichen möchte, findet einen Überblick in unserem Börsenvergleich sowie in unseren Testberichten zu BingX, OKX und Kraken. Keine Anlageberatung.
Quelle: Coincierge.de, Ankündigung von Kraken.
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